16.10.2012

Josef Kopf

Joseph von KopfProf. Josef von Kopf
auch: Joseph von Kopf


* 1827 - † 1903

Bildhauer


Er besuchte mehrmals die Wesendoncks und schuf die beiden Marmor-Reliefs von Mathilde (1864) und Otto (1865).


Am 10.03.1827 wurde er in Unlingen geboren.
Er war der Sohn eines Bauern und Ziegeleibesitzers. In der Volksschule erhielt er den ersten Zeichenunterricht. Bereits mit 7 Jahren musste er in der väterlichen Ziegelei mitarbeiten. Bereits während dieser Zeit versuchte er, durch einen Ausbruch eine Lehre als Steinhauer in Riedlingen und dem bayerischen Biberach zu beginnen.
Im Alter von 21 Jahren gelang das Vorhaben, woraufhin er sich von Steinmetzen und Grabbildhauern in Ravensburg und Bad Waldsee ausbilden ließ. Ab 1851 gelangte er zu externer Wiki-Link Anselm Sickinger nach München, zu externer Wiki-Link Philipp Hoffmann nach Wiesbaden sowie zu externer Wiki-Link Alois Knittel und externer Wiki-Link Wilhelm Dürr nach Freiburg im Breisgau. Von dort ging er am 01.09.1852 zu Fuß in Richtung Rom, wo er am 13.10.1852 ankam und dort zu wirken begann. Seine Werkstatt sei diejenige gewesen, welche durch ihre Vornehmheit Deutsche und Fremde am lebhaftesten anzog (externer Wiki-Link Max Jordan).

Am 01.09.1864 heiratete er Anna. Er hatte drei Töchter Olga, Martha und Anna.
Während seiner Hochzeitsreise im September 1864 hielt er und seine Frau sich im Hause Wesendonck auf und schuf die beiden Reliefs. In seinen Lebenserinnerungen eines Bildhauers (1899) schreibt er:
Frau Wesendonk graziös und geistreich wie immer. ... Herr und Frau Wesendonk suchen der Kunst näher zu treten; schon viel für solch reiche Leute! [1]
Der Aesthetiker Vischer, den ich besuchte, sagte mit Recht, daß diese Leute zu leben und ihr Geld gut zu gebrauchen verstehen. [1]
Und an anderer Stelle:
In den paar Tagen auf der Villa Wesendonk modellierte ich die Reliefs der beiden Besitzer ... [2]

Josef von Kopf: Erinnerungen eines Bildhauers. Stuttgart, Leipzig 1899
Josef von Kopf: Erinnerungen eines Bildhauers. Stuttgart, Leipzig 1899. S. 281
Josef von Kopf: Lebenserinnerungen eines Bildhauers.
Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Leipzig 1899, S. 281.

Im Jahre 1874 baute Großherzog externer Wiki-Link Friedrich I. ihm in Baden-Baden ein Atelier, in dem dieser sich im Sommer aufhielt. Dort modellierte er berühmte und reiche Kurgäste. Zu dieser Zeit war er mit dem Hoffotografen externer Wiki-Link Wilhelm Kuntzemüller befreundet, der dieselbe Klientel bediente. Er schuf vielbeachtete naturalistische Porträt-Büsten, die von Adeligen wie von Bürgern in Auftrag gegeben wurden.

In einem Brief Cosimas aus Palermo nach Rom an ihre Tochter Daniela von Bühlow vom 21.11.1881 schrieb sie u. a.:
Sehr freut es mich dass Du "bischen" etwas siehst;  K o p f  ist eine römische Berühmtheit, er hat u. a. ein Médallion von Mme Wesendonck gemacht, und von der Grossherzogin von Sachsen. Willst Du Grosspapa sagen dass ich auf seine Empfehlung hin Talleyrand's Briefe mit vielem Interesse lese. Das passt zu Kopf wie die Faust auf's Auge, ich kehre eiligen  F u s s e s  zurück und sage, dass  n a t ü r l i c h  mir das Médaillon Freude machen wird! [3]

Als Dank für das Mäzenatentum und von dem Wunsch beseelt, sein Werk der Nachwelt zu erhalten, schenkte er 1892 das Atelier samt Inhalt dem Großherzog zurück, mit der Verpflichtung, es für immer in dem Zustand zu belassen, in dem es sich bei der Übergabe befand, und es dem Publikum im Sommer dreimal wöchentlich zu öffnen.
Den Adelstitel trug er seit 1897.

Er war auch ein begeisterter Kunstsammler. externer Wiki-Link Ludwig Pollak brachte 1905 unter dem Titel Joseph von Kopf als Sammler ein Verzeichnis seine erlesene Kollektion in Rom heraus.

Am 02.02.1903 verstarb er in Rom.


Bilder: 
  1. Lenbach, Franz von: Porträt des Bildhauers Joseph von Kopf. 1865, Öl auf Leinwand, 66,5 x 51 cm.

Quellen:
  1. Kopf, Josef von: Lebenserinnerungen eines Bildhauers. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Leipzig 1899, S. 259. 
  2. Ebenda, S. 281. 
  3. Brief 135 Palermo nach Rom vom 21. November 1881. In: Waldberg, Max Freiherr von (Hrsg.): Cosima Wagners Briefe an ihre Tochter Daniela von Bühlow. 1866 - 1885. Stuttgart, Berlin 1933, S. 244 ff. 

Links:

Bibliografie:
  • Kopf, Josef von: Lebenserinnerungen eines Bildhauers. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart und Leipzig 1899.
  • Ludwig Pollak: Joseph v. Kopf als Sammler. Beschreibung der von ihm hinterlassenen Sammlung. Rom 1905. 
  • Waldberg, Max Freiherr von (Hrsg.): Cosima Wagners Briefe an ihre Tochter Daniela von Bühlow. 1866 - 1885. Nebst 5 Briefen Richard Wagners. J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart, Berlin 1933. 


Keine Kommentare: