Otto

Otto WesendonckOtto Friedrich Ludwig Wesendonck


* 16.03.1815 in Elberfeld (heute Wuppertal)
† 18.11.1896 in Berlin


Kaufmann, Aktionär, Kunstsammler, Kunstmäzen


Unterschrift Otto Wesendonck

Bild: Vergrößern Roeting, Julius: Otto Wesendonck. Ölbild 1860.


"Ihre Verfügungen, bester Freund, sind vortrefflich: von Herzen danke ich dafür!"
Richard Wagner: Aus Brief vom 20. Juni 1853.




Zeittafel - Lebensdaten und -stationen


seit 15. Jh.
Stammbaum der Familie Wesendonk.
Die Familie Wesendonck ist niederländischer Herkunft (van der Wesendonk).

16. - 18. Jh.
Sie sind angesehene Kaufleute in Xanten (Niederrhein).
Otto wird in eine bürgerliche Familie von Kaufleuten, Bürgermeister, Juristen und evangelischen Pfarrer hineingeboren.

11.05.1812
Sein älterer Bruder Moritz wird in Elberfeld geboren. 

1815
Großherzogtum Berg wird preußisch und Elberfeld Sitz eines Landkreises, der aus den Bürgermeistereien Elberfeld und Barmen gebildet wurde.

1 Thaler, Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1797 - 1840), Preußen Düsseldorf 1819



Elberfelder und Düsseldorfer Jahre


16.03.1815
Otto Friedrich Ludwig Wesendonck wird in Elberfeld (heute Wuppertal) geboren (2. Sohn). Sie wohnen in der Straße Hofaue (externer Link Google-Maps). Sein Vater ist der Kaufmann August Jakob Wesendonck und seine Mutter Sophia, geb. Scholten.

interner Link Ottos Familie (Großeltern, Eltern und Geschwister, Kinder und Enkel)

Die Familie der Wesendoncks gehört zur Bürgerschicht Elberfelds (s. a.: Leserbriefe).

24.04.1817
Sein jüngerer Bruder Hugo wird in Elberfeld geboren.

20.04.1819
Sein jüngster Bruder August wird in Elberfeld geboren. 
 
03.09.1821
Das jüngste Kind der Familie, seine Schwester Mathilde, wird in Elberfeld geboren.

06.10.1824
Seine Mutter Sophia verstirbt.

um 1833
Er reist das erste Mal (Auswanderung?) für ein Elberfelder Handelshaus (wahrscheinlich von seinem Onkel Johann Schramm) nach interner Link New York (Amerika), absolviert hier seine Ausbildung und gründet mit William Loeschigk eine Handelsfirma für Seide.

22.04.1838
Seine Schwester Mathilde verstirbt in Brüssel.

10.09.1839
Hochzeit von Moritz und Margret in Krefeld.

1840
Sein Onkel Johann Schramm verstirbt.

04.12.1842
Er ist Gründungsmitglied des Deutschen Vereins in New York (auch German Club), dem zweitältesten Herrenclub der Stadt.  

1843
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernimmt er als Teilhaber die Vertretung des externer Link Google-Maps Handelshauses Loeschigk, Wesendonck & Comp. (Im- und Exportgeschäft für Seide) für Europa. Sein Geschäft befindet sich in der externer Link Google-Maps Hofaue.

interner Link Seidenmanufaktur

Er wird ein wohlhabender und angesehener Kaufmann.

1 Thaler, Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1797 - 1840), Preußen Düsseldorf 1819

1844
Verlobung mit Mathilde Eckhard.

15.10.1844
Er heiratet in Frankfurt seine erste Frau Mathilde, geb. Eckhard.

08.12.1844 
Während der Hochzeitsreise nach Italien erkrankte Mathilde an Typhus und starb nur wenige Monate nach ihrer Hochzeit in Florenz.

1845 (?)
Er lässt sich in Düsseldorf nieder.

12.03.1845
Sein Neffe Max August (Sohn vom Bruder Hugo) wird in Düsseldorf geboren.

02.03.1846
Seine Nichte Clara (Klär, Tochter vom Bruder Moritz) wird in Moskau geboren.

16.09.1846
Sein Neffe Otto Friedrich (Sohn vom Bruder Hugo) wird in Düsseldorf geboren.

1847
Er lernt Agnes Luckemeyer in Düsseldorf auf einer Hochzeit kennen.

12.01.1848
Verlobung mit Agnes, auf sein Bitten hin nimmt sie den Namen Mathilde an (s. a.: Ottos Testament).

19.05.1848
Er heiratet in zweiter Ehe Mathilde / Agnes Luckemeyer. Die Hochzeit findet in Düsseldorf statt. Die Hochzeitsreise führt auch nach Frankfurt, wo sein Bruder Hugo Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung ist.

27.11.1849
Sohn Paul wird in Düsseldorf geboren.

21.03.1850
Sohn Paul stirbt und wird in Düsseldorf beigesetzt.

1 Dollar, Seated Liberty, United States of America 1850

Frühjahr - Mitte 1850
Er hält sich einige Monate in Amerika, New York auf (Unterstützung seines Bruders Hugo).
Ihm eine neue Existenz zu gründen und zugleich seine Frau den amerikanischen Freunden vorzustellen, fuhr Otto mit Mathilde nach New York hinüber. [1]
Einige Auszüge aus den Bordregistern, die im Internet zu finden waren:

Date
Ship Port of Departure Port of Arrival
1833
Unknown Unknown New York, NY
5/10/1836
Harve Le Havre, France New York, NY
7/19/1838
Siddons Liverpool, England New York, NY
6/18/1844
Britannia Liverpool, England Boston, MA
9/18/1844
Great Western New York, NY Liverpool, England
5/30/1846
Sir Edward Banks Ostend, Belgium London, England
5/25/1848
Undine Ostand, Belgium Dover, England
8/30/1850
Niagara New York, NY Liverpool, England

Der Dampfsegler Britannia erreicht den Hafen von Boston, MA
Fitz Hugh Lane: Der Dampfsegler Britannia erreicht den Hafen von Boston, MA.
Mit freundlicher Genehmigung: www.fitz-hugh-lane.org.

1850
Eintrag Adressbuch des Jahres: Wesendonck, externer Link Google-Maps Schwanenmarkt No. 1307, Kaufmann (früher war die kompl. Innenstadt durchnummeriert).



Züricher Jahre


April 1851
Er lässt sich aus geschäftlichen Gründen in Zürich nieder (Zentrum des europäischen Seidenhandels).
Sie wohnen vorläufig im Hôtel Baur au Lac (externer Link Google-Maps).  

5 Franken, Sitzende Helvetia, Schweiz Eidgenossenschaft 1851

1851
Er unternimmt längere Geschäftsreisen zu den bekannten europäischen Seidenstädten.
Unter anderem nach externer Link Google-Maps Lyon, externer Link Google-Maps Mailand, externer Link Google-Maps Krefeld und externer Link Google-Maps Livorno.

07.08.1851
Tochter Myrrha wird in Zürich geboren.

07.10.1851
Myrrha erhält ihre Taufe. 

Anfang 1852
Bei mehreren Konzerten der Allgemeinen Musikgesellschaft im Aktien-Theater lernt er Richard Wagner kennen und als Musiker schätzen. Er wird ein begeisterter Anhänger. 

seit 1852
In den folgenden Jahren wird er externer Link Wikipedia Mäzen und ein großzügiger und wohltätiger Förderer Richard Wagners (Brief vom 26. Juli 1862).

1852
Er wird im Staats- und Adresshandbuch der freien Stadt Frankfurt 1852 geführt:
Wesendonk Otto Friedrich Ludwig, Handelsmann, in Elberfeld.

20.05.1852
Sein Bruder Moritz stirbt in Eitorf.

Mai 1853
Er gibt eine Defizitgarnatie für geplante Konzerte Richard Wagners mit eigenen Kompositionen.  

20.06.1853
Richard Wagner sendet als Dank sein Klavierstück Eine Sonate für das Album von Frau M. W. (WWV 85) an ihn.

1854
Er schenkt Richard Wagner eine aus Amerika mitgebrachte goldene Schreibfeder.
Suche mir keinen Schreiber: Mad. Wesendonck hat mir eine goldene Feder – von unverwüstlicher Schreibekraft – geschenkt, die macht mich nun wieder zum kalligraphischen Pedanten: die Partituren werden mein vollendestes Meisterstück in Schönschreiberei werden! Man kann seinem Schicksale nicht entgehen!Meyerbeer bewunderte seinerzeit nichts mehr an meinen Partituren, als die saubere Schrift: dieser Act der Bewunderung ist mir nun zum Fluch geworden: – ich muss saubere Partituren schreiben, so lange ich lebe auf Erden! – [2]

19.12.1854
Clara Schumann gastiert im Zürcher Kasino. Unter den Zuhörern befinden sich Wagner und die Wesendoncks.

Anfang 1855
Baubeginn für die Villa (Herrenhaus) auf dem "Grünen Hügel" in Enge, einer Vorstadt Zürichs, am NW Ufer des externer Link Wikipedia Zürichsees (heute: externer Link Google-Maps Gablerstraße 15). 

1855
Er empfiehlt Richard Wagner für seinen London-Aufenthalt einen Besuch bei seinem Londoner Geschäftspartner Benecke.

13.09.1855
Sohn Guido wird in Zürich geboren.

Januar 1857
Er erwirbt das Nachbargrundstück mit einem Fachwerkhaus.
So weit war ich gerade gekommen, und eben sann ich dem Motive nach, das nun die schnell eingetretene Wendung, den Beginn der wunderbaren Schmiedearbeit Siegfrieds bezeichnen soll, da unterbrach mich Ihr Brief, mit der  v e r t r a u t e n  Nachricht*), und nun urteilen Sie, wie es für  h e u t e  mit meiner Arbeit steht! Wohl kann ich aber nun das "heute" aufgeben, da ich jetzt ein so langes, schönes und arbeitsgünstiges "morgen" vor mir sehe, das ich nun der seltensten Freundschaft und treuesten Teilnahme danke! [3]

April 1857
Nach dem Umbau des Fachwerkhauses stellen sie das Landhaus ("Asyl") den Wagners zur Verfügung (wohnten bisher in den Escherhäusern am sog. Zeltweg).
Ich habe eine üble Zeit hinter mir, die nun allerdings einem recht angenehmen Zustande zu weichen scheint. Seit 10 Tagen haben wir das bewußte Landgütchen neben der Wesendonkschen Villa bezogen, das ich der wirklich großen Teilnahme dieser befreundeten Familie verdanke. [4] 

18.04.1857
Sohn Karl wird in Zürich geboren.

30.05.1857
Sein Vater August Jakob verstirbt.

22.08.1857
Einzug in die Villa "Wesendonck" - "Wahlheim". 

Er ist ein Kunstliebhaber mit einer prächtigen und kostbaren Gemäldesammlung und Bibliothek, die einen beträchtlichen Platz in eigens entworfenen Räumen in seiner Villa einnimmt. Diese präsentiert er stolz seinen Gästen.

1857
Gustav Kutter, der Geschäftspartner von Mathildes Bruder Eduard, trifft Wagner hier. 

1857
Richard Wagner zeigt seine Tristan-Dichtung.

1857
Die frisch vermählten Eheleute Cosima und Hans von Bülow besuchen auf ihrer Hochzeitsreise Richard Wagner in Zürich in seinem "Asyl".

31.03.1858
Es findet ein großes Vestibül in der Villa Wesendonck statt. Tochter Myrrha überreicht Wagner einen Taktstock aus Elfenbein, den Gottfried Semper entworfen hatte. Seit dem nächsten Tage gilt er als verschollen.

07.04.1858 
Es kommt zum Eklat mit Minna. Eliza Wille erweist sich als wahre Freundin Wagners und vermittelt zwischen ihm und Mathilde. Wesendoncks ziehen sich zeitweilig von Wagner zurück.

Mitte 1858 
Mehrwöchige Italienreise der Wesendoncks. Richard Wagner reist nach Paris und Minna Wagner zur Kur nach Brestenburg.

17.08.1858
Richard Wagner gibt sein "Asyl" auf und verlässt Zürich. Er reist über Genf nach Venedig.
Wie heißt es so schön im Fliegenden Holländer Erster Aufzug, Dritte Scene, Der Holländer:
Durch Sturm und bösen Wind verschlagen,
irr' auf den Wassern ich umher, –
wie lange? weiß ich kaum zu sagen:
schon zähl' ich nicht die Jahre mehr.
[5]

13.10.1858
Sohn Guido verstirbt in Zürich.

21.07.1859
Sein Geschäftspartner William Loeschigk kehrt aus den USA mit der "Asia" nach Liverpool zurück und läßt sich in Bonn in der Villa Loeschigk nieder.

Januar 1860
Er wird im Jahresbericht der Deutschen Gesellschaft der Stadt New York unter der Adresse externer Link Google-Maps 112 Duane Street geführt. [6]

Adresse im Jahresbericht der Deutschen Gesellschaft, Januar 1860


Mai 1860
Er wird ein Mitglied des Board of Directors (Verwaltungsrat) der Germania Life Insurance Company, die unter Führung seines Bruders Hugo in New York gegründet wurde.

Mai 1860
Aufenthalt in Bonn.

1860
Während eines Romaufenthaltes entsteht das Bild des jungen Karl, gemalt von Cäsar Willich.  

1861 bis 1865
Der Amerikanische Bürgerkrieg (Sezessionskrieg) fordert Opfer von seiner Firma, die sich auch gesundheitlich bei ihm niederschlagen.

November 1861
Aufenthalt in Venedig im Hotel Daniel. Hier treffen sie auch Wagner.  

1861
Geburtsstunde von The German Hospital and Dispensary of New York. Sein Bruder Hugo ist neben Gustav Kutter (Geschäftspartner von Eduard Luckemeyer) einer der 52 Mitbegründer.

Februar 1862
Es wird der erste Verwaltungsrat gewählt: Präsident: Carl Gottfried Gunther; Schatzmeister: L. J. Stiastny; Sekretär: Willy Wallach. Otto war einer der Vorstandsmitglieder.
 
16.06.1862
Sohn Hans wird in Zürich geboren.

November 1863
Wagner ist bei den Wesendoncks zu Gast. Seine Bitte, über Eliza Wille geäußert, ihn wieder gastlich aufzunehmen, wurde abgelehnt.

03.05.1864
Richard Wagner wird durch den bayrischen König Ludwig II. nach München berufen.

14.09.1864
Joseph Kopf hält sich während seiner Hochzeitsreise für ein paar Tage in der Villa auf und schuf die beiden Marmor-Reliefs.

Mitter 1860er Jahre
Der Amerikanische Bürgerkrieg (Civil War) fordert auch von seiner Firma Opfer. Er zieht sich von allen Geschäften zurück und lebt ein freies und unabhängiges Leben.

5 Franken, Schützentaler - Schützenfest in Schaffhausen, Schweiz Eidgenossenschaft 1865

Ende November 1865
Johannes Brahms konzertiert in Zürich und lernt die Wesendoncks kennen. Darüber schreibt er Clara Schumann:
Wie schön mich die Leute aufgenommen haben, magst Du daraus ersehen, daß nach dem ersten Konzert in Zürich … einige Musikfreunde (namentlich Dr. Lübke, Prof. Billroth und Wesendonck) ein Privatkonzert am Sonntag früh veranstalteten … Sie mieteten das Orchester. [7]

1865 / 1866
Johannes Brahms tritt mehrmals in Zürich auf und hält sich bei den Wesendoncks auf, nimmt aber nicht das Angebot an, im "Asyl" einzuziehen.

1866 
Durch wirtschaftliche Not geht Heinrich Schulz-Beuthen nach Zürich und wird von Otto und Mathilde Wesendonck unterstützt. Hier lernt er auch Richard Wagner kennen.

1867
Er wird Mitglied in einem Komitee zur Unterstützung von Ferdinand Freiligrath.

Juli / August 1867
Aufenthalt in St. Moritz.

27.02.1868
Gründung der Tonhalle-Gesellschaft. Otto Wesendonck wurde in den Verwaltungsrat gewählt.
 
01.06.1868
Richard Wagner sendet an ihn den Klavierauszug von den Meistersingern mit folgender Widmung:
Seinen werthen Freunden auf dem grünen Hügel in dankbarer Erinnerung - Richard Wagner, Mai 1868
... wenn man die Summen, welche Wesendonk von 1852 bis Ende der sechziger Jahre für Wagner hingegeben hat, zusammenrechnen würde, so würde einschließlich der Summen für den Nibelungenring wohl die Ziffer von 100 00 erreicht, wenn nicht überboten werden. [8]

Juni 1868
Er nimmt auf Einladung an der Uraufführung der Meistersinger in München teil (21. und 28.06.1868).

03.10.1868
Hochzeit von Ottos Nichte Clara und Rudolf Schneider in Krefeld.

Ende 1868
Sie halten sich für mehrere Monate in Düsseldorf, Berlin und Dresden auf.

22.09.1869
Uraufführung von Das Rheingold im Münchner Hof- und Nationaltheater, die Wesendoncks sind unter den Gästen.

10.03.1870
Er gehört mit einem Aktienanteil von 68.200 Talern zu den Erstzeichnern der Deutschen Bank.

03.10.1870
Sein Bruder August stirbt in Hollybrook, Virginia, USA.

09.03.1871
Antideutsche Demonstrationen in Zürich zum Deutsch-Französischer Krieg 1870/71. Nach einer Siegesfeier in der Tonhalle kommt es zu Ausschreitungen auch gegen die Wesendoncks, ihre Villa wird beinahe in Brand gesteckt.

August 1871
Friedrich Hegar komponiert zum 20. Geburtstag von Myrrha den Marsch für Klavier 4hdg, G-Dur.

1872
Er verkauft seine Villa auf dem "Grünen Hügel" an den Großindustriellen Rieter-Rotpletz (heute Museum Rietberg).



Dresdener Jahre


1872 
Er wird als Eigentümer des Gebäudes Wienerstraße 14 im Dresdener Adressbuch aufgeführt. 
 

1872
Manfred Semper erweitert die Stadtvilla um eine Bildergalerie. 

1872
Übersiedelung nach Dresden, externer Link Google-Maps Wienerstr. 14 (Villa Wesendonck).

10 Mark, Albert König von Sachsen (1873 - 1902), Deutsches Reich 1875

22.08.1872 
Tochter Myrrha heiratet den Offizier Moritz Frhr. von Bissing (Schwestersohn von Eliza Wille).

03.12.1872
Brief an die Deutsche Bank wegen geplanter Kapitalerhöhung.

1873
Er wird erstmals im Adress- und Geschäfts-Handbuch von Dresden erwähnt (als Rentier, Wienerstr. 14).

Dresdener Adresse Otto Wesendonck 1880
 
22.04.1873
Enkel Friedrich Wilhelm wird in Potsdam geboren.

1870er Jahre
Reinhold Becker ist ein häufiger Gast im Hause Wesendonck.

13.08.1876
Besuch der Wesendoncks bei den ersten Bayreuther Festspielen mit der Uraufführung des kompl. Ring des Nibelungen.

Eintrittskarte für die III. Aufführung am 29.08.1876 - Siegfried.

1878
Sie erwerben im Salzkammergut (Österreich) am Traunsee den Landsitz Traunblick (heute: externer Link Google-Maps Iglbichl 27) für Sommeraufenthalte (Gedicht von Mathilde Wesendonck: Villa Traunblick). Sie errichtet hier die Wagnergrotte

Winter 1881 / 1882
Otto Richter schreibt in seinen Eine Erinnerung an Mathilde Wesendonck von 1934 über diese Zeit.

Winter 1881 / 1882
Aufenthalt in Kairo zusammen mit Myrrha, die seit der Geburt ihres Kindes einen labilen Gesundheitszustand aufweist.

28.02.1882
Sohn Hans verstirbt in Bonn während seines hiesigen Studienaufenthaltes an einer Lungenentzündung.

Ihr Schwiegersohn, Moritz Frhr. von Bissing, dient als Rittmeister im Regiment der Königshusaren in Bonn. Die Wesendoncks erwerben das Familiengrab auf dem externer Link Google-Maps Bonner Friedhof. Hans wird im Familiengrab beigesetzt.

1883
Die Wesendoncks werden letztmalig im Dresdener Adressbuch aufgeführt. 



Berliner Jahre


Herbst 1882
Sie siedeln nach Berlin W, Thiergartenstraße 16 (externer Link Google-Maps), über.

20 Mark, Wilhelm I. Deutscher Kaiser (1871 - 1888) König von Preußen (1861 - 1888), Deutsches Reich 1885

13.02.1883
Richard Wagner verstirbt in Venedig.

18.02.1883
Gedicht Mathildes vom 17.02.1883 zur Beisetzung Wagners in Bayreuth.

1883
Dr. phil. C. Wesendonck wird im Berliner Adressbuch des Jahres erstmals erwähnt (Neue Wilhelmstr. 14).

Berliner Adresse Karl Wesendonck 1883

05.05.1883
Seine Schwägerin Marie Louise stirbt in Philadelphia (Beerdigung auf dem Landgut "Cluxi").

09.05.1883
Sohn Karl heiratet die Gräfin Eveline von Hessenstein in Berlin. In Briefen wird sie auch Evy genannt. 

1884
Der Rentier Otto Wesendock wird im Berliner Adressbuch des Jahres 1884 erstmals erwähnt (Thiergartenstr. 16).

Berliner Adresse Karl und Otto Wesendonck 1884

03.10.1885
Enkel Otto Günther wird in Berlin geboren.

1885 
Die externer Link Wikipedia Goethe-Gesellschaft wird nach dem Tod des letzten Enkels gegründet.   

Jahrbuch der Goethe-Gesellschaft

1886
Er und seine Frau werden im 1. Jahresbericht der Goethe-Gesellschaft (Vergrößern Jahrbuch 7. Band) als Mitglied in Berlin geführt (so auch in den darauffolgenden Jahren).

Eintrag im Jahresbericht der Goethe-Gesellschaft von 1886

1886
Sie sind bis 1886 Mitglied des Bayreuther Patronatvereins.


Frühjahr 1887 
Sie ziehen nach Berlin N.W., In den Zelten 21 (externer Link Google-Maps).

Geänderter Briefkopf
Handschriftliche Überschreibung der Adresse im Briekopf - Brief an Carl Justi vom 8. Januar 1889.

1887
Berliner Adressbuch des Jahres 1887 mit den neuen Einträgen (In den Zelten 21).

Berliner Adresse Karl und Otto Wesendonck 1887

18.07.1887
Enkelin Blanka wird in Berlin geboren.  

Herbst 1887
Die Wesendoncks gehören neben einer Reihe weiterer Prominenter zu den ersten Mitgliedern, die der Berliner Goethegesellschaft (auch: Gesellschaft für deutsche Literatur) beitreten.  
 
03.12.1887
Sein langjähriger Geschäftspartner William Loeschigk stirbt in Bonn.

20 Mark, Wilhelm II. Deutscher Kaiser König von Preußen (1888 - 1918), Deutsches Reich 1890

20.07.1888
Tochter Myrrha verstirbt in München (Oberaudorf?). 

1888
Er veröffentlicht seinen Katalog Gemälde-Sammlung von Otto Wesendonck in Berlin.

1889
Er nimmt zu dem Kunsthistoriker Carl Justi wegen seiner Gemäldesammlung Kontakt auf (Übersendung Kataloge).

1896
Das "Asyl" wird abgerissen, weil dort eine Straße gebaut werden soll.

18.11.1896
Nach langer Krankheit verstirbt er in Berlin. Er wird auf dem Alten Friedhof Bonn im Familiengrab beigesetzt.

Artikel in The New York Times, November 20, 1896. [8]

Otto Wesendonck, who was born in Elberfeld, Prussia, March 16, 1815, died yesterday at Berlin, Prussia, in the eighty-second year of his age. He was for many years a resident of this city, and a member of the firm of Loeschigk, Wesendonck & Co., whose successors are Messrs. Schefer, Schramm & Vogel. The German Verein loses in him its last surviving founder, and the Germania Life Insurance Company of this city the oldest member of its Board of Directors. He leaves a wife and a son. His only surviving relatives in this country are his brother, Hugo Wesendonck, President of the Germania Life Insurance Company, and latter's children. [9]

1897
In seinem Testament stiftet er 90.000 Mk an Dresdner Einrichtungen. 


1897
Otto Wesendonck wird nochmals im Berliner Adressbuch des Jahres 1897 aufgeführt.

Berliner Adresse Karl und Otto Wesendonck 1897

1897
Nachruf von Hans von Wolzogen in den Bayreuther Blätter 1897, S. 55.
... Jetzt, da wir den in Berlin, Mitte November, eingetretenen Tod des 82jährigen Greises erfahren haben, belebt sich uns Anhängern und Verehrern des Künstlers und des Menschen Wagner neu das Bild jener künstlerisch so großen Zeit, und eben darin hervorleuchtend das Bild des Hauses Wesendonk, zu dankbarlich bewegter Erinnerung! - Was gerade in jener Periode dem Meister das Notwendigste und Wohltätigste war, in ganz Zürich bot ihm dies nur jenes Haus auf wahrhaft vornehme Weise dar. Hier waren Menschen, die liebend zu verstehen wußten. ... Es ward hier ein Beispiel gegeben von der seltenen Art, deren Wert gewissermaßen sich gerade darin bekundet, daß es so gar wenig Nachahmung findet - finden k a n n ! - ... [10]

1897
Mathilde veranlasst die Erstveröffentlichung der Briefe Richard Wagners an Otto Wesendonck in der Allgemeinen Musik-Zeitung mit Erläuterungen von Albert Heintz.

1899
Joseph Kopf veröffentlicht seine Lebenserinnerungen eines Bildhauers.
Herr und Frau Wesendonk suchen der Kunst näher zu treten. Der Ästhetiker Vischer, den ich besuchte, sagte mit Recht, daß diese Leute zu leben und ihr Geld gut zu gebrauchen verstehen. [11]

1899
Sohn Karl, Dr. phil. und Privatdozent der Physik an der Universität Berlin, wird in den Adelsstand erhoben (das "c" im Namen Wesendonck wird gestrichen).

1899
Mathilde Wesendonck überlässt einen Teil der Gemäldesammlung dem externer Link Wikipedia Verein Berliner Künstler zu Ausstellungszwecken.

19.12.1900
Sein Bruder Hugo stirbt in New York. 

31.08.1902
Seine Frau verstirbt unerwartet in Traunblick am Traunsee. Sie wird im Familiengrab neben ihm auf dem Alten Friedhof in Bonn beigesetzt.

ab 1902
Die Erbengemeinschaft macht die Sammlung Wesendonck öffentlich zugänglich. Ausstellungen waren 1904 in Düsseldorf, 1905 in Berlin, ab 1906 in Bonn.

1911
Für die Stifter der Sammlung schuf Albert Küppers ein Marmor-Medaillon im Landesmuseum Bonn.

1911
Sohn Karl wird im Berliner Adressbuch des Jahres 1911 letztmalig erwähnt.

Berliner Adresse Karl von Wesendonk 1911

1912
Enkel Otto Günther wird im Berliner Adressbuch des Jahres 1912 erstmals erwähnt.

Berliner Adresse Otto-Günther von Wesendonk 1912

31.10.1923
Seine Nichte Clara stirbt in Krefeld.

27.06.1933
Enkel Otto-Günther verstirbt in St. Margarethen.

17.04.1934
Sohn Karl verstirbt in Cureglia im Tessin, CH.

21.01.1967
Enkelin Blanka stirbt in Paudex, Suiça, CH. 

2002
In der wohlgesinnten Wagner-Kritik wird er als das lebende Vorbild für Pogner in Wagners Meistersinger angesehen; in der weniger freundlich eingestellten als Hunding in der Walküre oder als König Mark in Tristan und Isolde.
Welchen Preis hat er für seine Unsterblichkeit gezahlt?
[12]


Quellen:
  1. Bissing, Friedrich Wilhelm Freiherr von: Mathilde Wesendonck. Die Frau und die Dichterin. In: Kaiser Wilhelm-Institut für Kulturwissenschaft im Palazzo Zuccari, Rom. Erste Reihe. Vorträge (23.11.1940). Heft 32/33. Verlag Anton Schroll & Co., Wien 1942, S. 13. 
  2. Brief vom 14.06.1854 (Richard Wagner an Franz Liszt). In: Sämtliche Briefe: Bd. 6: Briefe Januar 1854 bis Februar 1855. 
  3. Brief vom Januar 1857.
  4. Brief vom 8. Mai 1857
  5. Leuteritz, Gustav: Die Königsbotschaft. Ein Wagner-Roman. Verlag Carl Schünemann, Bremen 1940, S. 3.  
  6. externer Link Onlinebuch Jahres-Bericht und Mitglieder-Verzeichnis der Deutschen Gesellschaft der Stadt New-York am 16. Januar 1860. 
  7. Ehrismann, Sibylle: Im Treibhaus der Gefühle. In: Musikverein. Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Januar 2002. 
  8. Bélart, Hans: Richard Wagners Beziehungen zu François und Eliza Wille in Mariafeld bei Zürich (1852-1872) und sein Asyl auf Mariafeld (1864). Verlag Carl Reissner, Dresden 1914, S. 46 f.
  9. externer Link PDF Otto Wesendonck. In: The New York Times, November 20, 1896. 
  10. Golther, Wolfgang: Zur Einführung. In: Briefe Richard Wagners an Otto Wesendonk. 1852 - 1870. Berlin 1905. 
  11. Kopf, Joseph von: Lebenserinnerungen eines Bildhauers. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Leipzig 1899.  
  12. Nach: Walton, Chris: Braut und Schwester bist du dem Bruder. In: The Musical Times, 2002.

Quiz:

Links:

Gemäldesammlung und Bibliografie:


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