Gedichte

Gedichte, Lieder und Oden von Mathilde Wesendonck



Wesendonck, Mathilde: Nordische Sagen. Die Nixe.
In: Gedichte, Volksweisen, Legenden, Sagen
. Leipzig 1874.


Am Anfang des literarischen Schaffens von Mathilde Wesendonck stand die Lyrik. Die enge musische Beziehung zu Richard Wagner und er selbst ermutigte sie immer wieder dazu.
Wenn sie sich auch später dem Schreiben von Dramen widmete, Gedichte verfasste sie zeitlebens. Sie publizierte zwei größere Gedichtesammlungen: 1862 in Zürich den Band Gedichte, Volkslieder, Legenden, Sagen und 1874 in Leipzig die Gedichtesammlung Gedichte, Volksweisen, Legenden, Sagen

Die wohl bekanntesten Gedichte von ihr sind die fünf Gedichte, die Ende 1857 - Anfang 1858 entstanden: Der Engel (Ende November 1857), Träume (Anfang Dezember 1857), Schmerzen (Mitte Dezember 1857), Stehe still! (20. Februar 1858), Im Treibhaus (Ende April 1858). Richard Wagner vertonte diese Gedichte während seiner Asyl-Zeit. Sie gingen als die Wesendonck-Lieder in die Musikgeschichte ein (Der Liederzyklus).
Was zurück bleibt, sind jene Wesendonck-Lieder, als deren Verfasser lange Zeit Wagner gegolten hat. Die wahre Urheberin kümmert dies nicht - sie will ihren Ort im Schatten des berühmten Mannes wahren. [1]

Er blieb an ihrem Schaffen auch nach dem Eklat interessiert und bekam Gedichte zugesand, zu denen er seine Meinung äußerte. So z. B. in einem Brief von 09.06.1862 aus Biebrich:
Das Gedicht, das Sie mir heut schickten, ist sehr schön, ich glaube, wirklich meisterhaft.
Der Witz der Sage erscheint mir nur jetzt anders. Dem Neck wird dort die schmeichelnde Hoffnung gegeben: ich für mein Teil verstehe keine Hoffnung mehr, und für nichts bin ich unzugänglicher geworden als für ihren Zuspruch.
[2]

Während ihrer Dresdener Zeit beteiligte sich Mathilde Wesendonck 1878 mit fünf Gedichten an einer Buchausgabe "unter dem Protectorate Ihrer Majestät der Königin externer Wiki-Link Carola von Sachsen zum Besten der deutschen Heilstätte zu Loschwitz", Caritas, ein Album von Original-Beiträgen Dresdner Dichter und Schriftsteller.

Nicht nur Richard Wagner vertonte Gedichte von ihr. Eine Reihe weiterer Komponisten nahmen sich ihrer Gedichte an und komponierten ihre Lieder für Gesang mit Klavierbegleitung.
Die Lyrik des Orpheus hätte die wilden Thiere sicher nicht zu schweigender, ruhig sich lagernder Andacht vermocht, wenn der Sänger ihnen etwa bloß gedruckte Gedichte zu lesen gegeben hätte: ihren Ohren mußte die tönende Herzensstimme, ihren nur nach Fraß spähenden Augen der anmuthig und kühn sich bewegende menschliche Leib der Art erst imponiren, daß sie unwillkürlich in diesem Menschen nicht mehr nur ein Objekt ihres Magens, nicht nur einen fressenswerthen, sondern auch hörens- und sehenswerthen Gegenstand erkannten, ehe sie fähig wurden, seinen moralischen Sentenzen Aufmerksamkeit zu schenken. [3]

Richard Wagner äußerte sich 1852 in Wilhelm Baumgartner's Lieder wie folgt zu dem Lied als Musikkategorie:
Bei einem Gedichte, welches als Literaturgedicht bereits vollkommen der Ansicht des Dichters genügte, und somit eine musikalische Ausführung gar nicht aus sich bedang, kann die musikalische Komposition natürlich auch blos wiederum ein besonderes Gedicht des Musikers sein, das mit dem Wortgedichte einen oft ganz willkürlichen, im besten Falle einen nur ganz allgemeinen Gefühlszusammenhang hat. [2]


Ihre Veröffentlichungen und vertonten Gedichte


Punkt  Weitere Gedichte siehe im Index interner Link Werksverzeichnis und Bibliografie

1862: interner Link Gedichte, Volkslieder, Legenden, Sagen (Gedichtesammlung) 
1870: interner Link Patriotische Gedichte (Gedichtesammlung)
1874: interner Link Gedichte, Volksweisen, Legenden, Sagen (Gedichtesammlung)
1876: interner Link Neue Lieder (Manuskript)
1878: interner Link Fünf Gedichte (Gedichtesammlung)
1878: interner Link Villa Traunblick (Gedicht)
1880: interner Link Dem Fürsten Bismarck (Manuskript)
1883: interner Link Zum 18. Februar 1883 (Gedicht)
1884: interner Link Die Jungfrau am Traun-See (Manuskript)
1888: interner Link Heil dir, Friedrich, Deutscher Kaiser (Gedicht)


Widmung auf einem Liedheft an Mathilde Wesendonck


1858: interner Link Wesendonck-Lieder (Fünf Gedichte) von Richard Wagner
1871: interner Link Acht Dichtungen von Mathilde Wesendonck (Liederzyklus) von Heinrich Schulz-Beuthen
1876: interner Link Drei Lieder für eine Singstimme  (Liederzyklus) von Otto Leßmann 
1884: interner Link Zwei Gedichte von Mathilde Wesendonck (Liederzyklus) von Louis Große
1891: interner Link Sieben Gedichte von Mathilde Wesendonck (Liederzyklus) von Ödön von Mihalovich
18??: interner Link Der Singeschwan (Lied, No. 6 aus einem Lieder-Cyklus) von Heinrich Schulz-Beuthen
18??: interner Link Weitere Gedichte von Mathilde Wesendonck, vertont von Heinrich Schulz-Beuthen
18??: interner Link Vier Lieder (Liederzyklus) von Reinhold Becker  
18??: interner Link Zwei Lieder von Mathilde Wesendonck (Liederzyklus) von Reinhold Becker
1904: interner Link Fünf Lieder (Liederzyklus) von Walter Courvoisier
1914: interner Link Schicksal und Mensch (Ode) von Richard Sternfeld
2005: interner Link Neue Wesendonck Lieder (Liederzyklus) von Cyril Plante 


Bilder:
  1. Becker, Reinhold: Vier Lieder für eine tiefe Stimme und Pianoforte. Verlag von F. Ries, Königlich Sächsische Hof-Musikalienhandlung, Dresden.

Quellen:
  1. Eichmann-Leutenegger, Beatrice: "Sprich, warum dies bittere Scheiden?". Mathilde Wesendoncks dichterisches Werk. In: Walton, Chris; Langer, Axel: Minne, Muse und Mäzen. Otto und Mathilde Wesendonck und ihr Zürcher Künstlerzirkel. Verlag Museum Rietberg, Zürich 2002, S. 85 ff.  
  2. Sternfeld, Richard (Hrsg.): Richard Wagner. Tagebuchblätter und Briefe an Mathilde Wesendonk. 1853 - 1871. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin o. J. (um 1925), S. 352.
  3. Wagner, Richard: Das Kunstwerk der Zukunft. In: Gesammelte Schriften und Dichtungen von Richard Wagner. Dritter Band. C. F. W. Siegel's Musikalienhandlung, Leipzig 1897, S. 103.
  4. Wagner, Richard: Wilhelm Baumgartner's Lieder. In: Sämtliche Schriften und Dichtungen. Volksausgabe, Zwölfter Band. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1911, S. 284. 

Bibliografie:
  • Walton, Chris; Langer, Axel: Minne, Muse und Mäzen. Otto und Mathilde Wesendonck und ihr Zürcher Künstlerzirkel. Verlag Museum Rietberg, Zürich 2002. 


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