02.08.2010

Villa Traunblick

Villa Traunblick in Nachdemsee, AltmünsterVilla Traunblick
Ich weiß ein liebes, stilles Haus


⌂ 1884

Gedicht von Mathilde Wesendonck


Ein Gedicht von Mathilde Wesendonck. aus dem Jahr 1884 über ihre Villa Traunblick in Nachdemsee (Altmünster).


Altmünster-Ebenzweier mit dem Traunstein
Altmünster-Ebenzweier mit dem Traunstein am Traunsee, (2).

Dieses Gedicht beschreibt den Blick von der Villa Traunblick in Nachdemsee über den externer Link Wikipedia Traunsee, hinüber zum externer Link Wikipedia Traunstein und weiter rechts (südlich gelegen) zum externer Link Wikipedia Erlakogel, der "Schlafenden Griechin". Mathildes Enkel Friedrich Wilhelm von Bissing sagte in seinem Vortrag:
Im Nachlass fand sich aus dem Jahr 1884 ein Sang auf die "schlafende Griechin", den Erlakogel, am Traunsee mit einer den 18. August, dem Geburtstag Kaiser Franz Josefs (der stets am See mit prachtvoller Beleuchtung begangen wurde), datierten Einleitung: [1]

Ich weiß ein liebes, stilles Haus
Auf grüner Hügelhalde,
Das lugt ins weite Land hinaus
Und ist begrenzt vom Walde.

Und vor ihm, weithin sichtbarlich,
Ein hoher Mastbaum steht.
Von seinem Gipfel, schwarz, weiß, rot,
Die deutsche Fahne weht.

In seinem Hof ein Nußbaum wächst
Mit weitverzweigten Ästen,
Ein Springbrunn plätschert, Rosen blühn,
Dort rastet sich's am besten.

Zu seinen Füßen liegt der See,
Von spiegelblanker Helle,
Die goldnen Sterne baden sich
In seiner reinen Welle.

Und drüben, hart an Ufers Rand,
Ein Bergesriese ragt,
Der wird der Traunstein genannt,
Ein Hühne, hoch betagt.

Zu seiner Seite schläft ein Weib
Den tiefen Todesschlummer.
Genesen ist ihr süßer Leib
Von Erdenweh und Kummer.

Der Traunstein hält die Totenwacht
An ihrem Felsengrabe,
Er harrt und wachet, Nacht für Nacht,
Verschmäht des Schlafes Labe.

Sooft der lichte Morgen schleicht
Zur Schläferin mit Küssen.
Dann wird des Alten Auge feucht,
Wähnt wecken sie zu müssen!

Sie aber schlummert still und kalt,
Weiß nichts von Sehnen und von Lieben,
Denn ihrer göttlichen Gestalt
Ist nur die Form geblieben.

Von meinem Fenster seh ich sie,
Nichts störet ihren Frieden.
Sei ruhig, Herz, auch Dir einmal
Ist Todes Ruh' beschieden! [2]


Der Traunstein, 2013.


Die schlafende Griechin
Gegenüber von Traunkirchen, umrahmt von den Gasselkögeln und dem Spitzelstein, liegt die "schlafende Griechin", von der die Volkssage erzählt:
In dunkler Vorzeit rief der greise König Dachstein die Berge seines Reiches zu sich. Den Traunstein aber verbannte der König wegen seines Ungehorsams aus seiner Gesellschaft und ließ ihn einsam am Rande seines Riesenreiches stehen. In einer hellen Sternennacht schlich sich ein treuloses Weib aus der Felsenregion und biederte sich dem Traunstein an. Da verfluchte König Dachstein auch das Weib und verbannte es als leblosen Felsen für alle Zeiten an die Seite des Traunseegiganten. So liegt seit dieser Urzeit die "Schlafende Griechin" am Südufer des Sees. [3]

Traunstein und Erlakogel am Traunsee im Salzkammergut
Traunstein und Erlakogel am Traunsee im Salzkammergut, Ansichtskarte, 1927.



 

Bilder:
  1. Villa Traunblick. Bildarchiv Österreichische Nationalbibliothek. [1]
  2. Altmünster-Ebenzweier mit dem Traunstein - Ansichtskarte um 1900.

Quellen:
  1. Bissing, Friedrich Wilhelm Freiherr von: Mathilde Wesendonck. Die Frau und die Dichterin. Verlag Anton Schroll & Co., Wien 1942, S. 42.
  2. Grieser, Dietmar: Isoldes Ruhe. Mathilde Wesendonk am Traunsee. In: Nachsommertraum. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten, Wien 1993, S. 100 ff.
  3. externer Link Die schlafende Griechin (Sagen.at)
    Nach: Quelle: Franz Mittendorfer, Traunkirchen - einst Metterpfarre des Salzkammerguts. Herausgegeben von der Gemeinde Traunkirchen, Linz 1981, S. 193.

Bibliografie:
  • Bissing, Friedrich Wilhelm Freiherr von: Mathilde Wesendonck. Die Frau und die Dichterin. Im Anhang: Die Briefe C. F. Meyers an Mathilde Wesendonck. (= Vorträge (23. November 1940). Erste Reihe. Heft 32/33. Kaiser Wilhelm-Institut für Kulturwissenschaft im Palazzo Zuccari, Rom). Verlag Anton Schroll & Co., Wien 1942.
  • Grieser, Dietmar: Isoldes Ruhe. Mathilde Wesendonk am Traunsee. In: Nachsommertraum. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten, Wien 1993, S. 84 ff.
  • Grieser, Dietmar: Isoldes Ruhe. Mathilde Wesendonk am Traunsee. In: Nachsommertraum im Salzkammergut. Eine literarische Spurensuche. (= insel taschenbuch 1848) Insel Verlag, Frankfurt am Main, Leipzig 1996, S. 105 ff. 


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich bin in der Villa Wesendonk für mich Schloss Traunbick gebohrten und habe mit meinen Eltern bis November 1968 gelebt ich würde mich sehr freuen über ein paar Bilder dieser Liegenschaft leider hat meine Mutter das Anwesen das damals ein Gasthaus war verkauft an Familie Havle und die erlauben mir nicht von außen Fotos zu machen L.g. Evelin geborene Hisch von Theresia und Friedrich Hisch